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Dezember 2001

From: Cornell Binder <cobi@dafhs.org>
Newsgroups: de.alt.fan.haraldschmidt
Subject: Lutz Feustel kauf keine Hose, zahlt aber das Essen
Message-ID: <9tumf3$j2e1@cobis.msgid.de>
Date: 27 Nov 2001 00:24:03 GMT
    LUTZ FEUSTEL KAUFT KEINE HOSE, ZAHLT ABER DAS ESSEN
                            oder
   WARUM EIN STIFT WEITAUS PRAKTISCHER IST ALS EIN APFEL

              Ein Abend in mehreren Revisionen


  Da wurde ihrer beiden Augen aufgetan,
  und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren
                         (1. Buch Moses, 3. Kapitel, Vers 7)


  Es war an einem kühlen dezember-Abend, als unsere beiden
Protagonisten den Bahnhof Friedrichstrasse zügigen Schrittes
verließen. Nicht nur die Kälte trieb sie zur Eile, sondern
auch die nahende Öffnung der Abendkasse. Die Karten waren
zwar bereits reserviert und bezahlt. Doch eine gewissen
Angst war nicht zu leugnen. Waren die Karten auch wirklich
zurückgelegt? In wenigen Minuten würden sie Gewissheit haben.

  Nachdem man schnellen Schrittes den Schiffbauerdamm entlang
eilte, stand man nur wenige Minuten später vor dem Berliner
Ensemble. Der Wirkungsstätte Berthold Brechts. Der Ort besaß
eine so starke Ausstrahlung, daß es vielleicht nie zu
folgender Szene gekommen wäre.

  Cornell B löst einmal mehr seinen Blick von Gebäude um für
das nächste Innehalten gewappnet zu sein. Da fällt sein Auge
auf einen unauffälligen, dunkelhaarigen Mann am Rande einer
Gruppe zügig schreitender Menschen. "Der sieht aber aus wie
dieser Andrack", denkt er sich und sieht ihn genauer an.
Und mit jeder verstreichenden Sekunde erkennt er, daß es
der Leibhaftige selbst ist. Manuel Andrack. "Na dann müssten
die anderen doch." Genau! Suzana Novinscak, Benjamin von
Stuckrad-Barre, Harald Schmidt und Manuel Andrack auf dem
Weg zum Bühneneingang.

  "Schmidtchen!", schallt ein Ruf durch die Nacht. Lutz
F's Freudenschrei führt dazu, daß Schmidt der Beiden gewahr
wird. "Sieh mal an, zwei Fans" ruft er erfreut aus und
wendet sich den Beiden zu.

  "Können wir ein Autogramm" haben, quillt es unverständlich
aus den aufgeregten Verehrern hervor. "Aber natürlich",
lächelt Schmidt, und greift zu Stift und Büchern. "Sagt mal,
irgendwo her kenne ich Eure Gesichter. Sagt mal buh."

  "Buh?" fragen zwei erstaunte Augenpaare. Ja wieso daß
denn? "Macht einfach mal. Schön langezogen." "Ja wenn's denn
sein muß."

  Ein tiefes, kehliges Buh hallt durch das Dunkel des
Schiffbauerdammes.

  "18. August 2000. Aufzeichnung der Show an meinem Geburts-
tag! Stimmt's, oder hab ich Recht" triumphiert Schmidt, ob
der von ihm vollbrachten Gedächtnisleistung. Die hektischen
Signale Andracks das Gespräch zu beenden, ignoriert er
geflissentlich.

  "Ihr wart doch die aus Cottbus, nicht?" "Cottbus und
Werdau" korrigiert Lutz schnell, um seinem Ruf nicht zu
schaden. "Aber das liegt och im Osten", schiebt er schnell
nach, als sich Enttäuschung in Schmidts Gesicht zeigt.

  "Habt ihr denn Lust auf Steak? Wir wollen nach der
Vorstellung noch was Deftiges essen gehen, und würde uns
über Eure Begleitung freuen!" Suzana zuckt genervt mit den
Schultern und Stuckrad-Barre sinniert über einer Ausrede
dem Gelage fernzubleiben.

  "Aber klar doch. Wenn Du zahlst, essen wir alles!" nimmt
Cornell die Einladung dankend an. Lutz akzentuiert dies
durch heftigstes Kopfnicken.

  Von da an, ging eigentlich alles sehr schnell. Die Karten
lagen wie gewünscht an der Abendkasse bereit, die Loge war
angenehm vorgewärmt und zwei kühle Bier standen in der Pause
an der Bar bereit. Der Auftritt Schmidts war furios, der
Applaus wollte und wollte nicht enden.

  Doch der eigentlich Höhepunkt waren die drei Stunden Steak
House mit Harald, Manuel und einer leicht beschwipsten
Suzana. Sie hätte wohl doch auf die zweite Flasche Rotwein
verzichtet sollen.

  Was in diesen drei Stunden geschehen ist, wird an dieser
Stelle allerdings nicht enthüllt. Aus verschiedenen Gründen:

  Zum einen waren wir nur eine Stunde im Restaurant. Des-
weiteren fand das Essen bereits vor dem Theater statt. Und
schlussendlich waren weder Suzana, Manuel noch Harald dabei.
(Stuckrad-Barre hätte ja sowieso abgesagt.)

  Aber drehen wir die Uhr erstmal etwas zurück um genügend
Abstand zu gewinnen und die Dinge besser überschauen zu
können.

* * *

  Morgens halb zehn am Sonntag. Ein kleiner Lada rast unter
Umgehung aller Verkehrsregeln durch Berlin. Ziel: Schiff-
bauerdamm. Die Vorstellung DER DOPPELTE HOSENKAUF beginnt
zwar erst gegen 19:00 Uhr, doch es ist nie zu früh sich
einen Parkplatz zu sichern.

  Dann wurde noch ein paar verdächtige Gegenstände in den
Rucksack gepackt und CoBi verkniff sich lustige Bemerkungen
als er seinen Knirps verstaute.

  Frohe Mutes erwarb man Tickets der BVG und fuhr zum
Potsdamer Platz. Da war zwar nix los, aber es war ja auch
noch früh am Morgen. Also keine Zeit verlieren und schnell
das Touri-Programm absolvieren. Karten für das IMAX-3D
kaufen, bis zum Beginn der Vorstellung Sushi-Läden suchen
und die Marlene Dietrich Ausstellung im Filmmuseum begut-
achten. Erstaunlich, wer sich dort so ins Gästebuch einge-
tragen hat.

  Irgendwann wurde man des Sat.1 Ballons gewahr und brach zu
einem kleinen Rundflug auf. D.h. es war geplant den Ballon
zu entführen und ihn dann in den Tower der deutschen Bahn zu
stürzen. Allerdings wurde dieser Anschlag durch die viel zu
hohen Flugpreise des Ballons vereitelt. 36 DM für 15 Minuten
Höhenangst. Nein Danke! Wenn Sat.1 glaubt so wieder in die
schwarzen Zahlen zu kommen, dann haben die sich aber
geschnitten.

  Dann ging's erstmal wieder quer durch's Sony Center. Da
traf man die selben Leute wie vor zwei Stunden. Irgendwie
hatte man das Gefühl, daß dort keiner mehr wegkam.
Wahrscheinlich wurde jeder vom Wachpersonal zurückgetrieben,
der nicht mindestens eine Viertelstunde anwesend war. Damit
das Center besucht wirkt.

  Als dann der aufregende 3-D Film zu Ende war und Lutz
unbedingt noch eine Plüschratte kaufen mußte, ging es in
Richtung Reichstag. Eigentlich wollte wir ja gar nicht in
die Kuppel. Aber da war eine Schlange und irgendwie unsere
Reflexe zu stark. Wir standen da nämlich auf einmal an, und
wußten gar nicht warum. Lutz war etwas enttäuscht, weil es
keine Bananen gab, aber es war trotzdem ganz nett da oben.

  Um das Warten zu verkürzen, bot man der Menge ein Schau-
spiel zum Thema Recht und Ordnung, mit dem Titel FLINKE
FÜSSE. Es spielten ein Straßenhändler und ein Polizist. Der
Händler mischte sich mit einem Korb voller Laugenbrezen und
Thermoskaffee unter die Wartenden und tauschte mit diesen
Nahrungsmittel gegen Bares. Der Polizist, dargestellt durch
einen Jackenträger mit grünem Leibchen und der Aufschrift:
POLIZEI nahm ihn nach kurzer Zeit zur Seite. Ob er denn eine
Genehmigung habe, lautete die gestrenge Frage. Murmel,
murmel, Gewerbeerlaubnis, murmel, murmel, war die undeut-
liche Replik des Händlers. Na dann kommen sie erstmal mit.
Und beide schritten zum Fuße der Auffahrt, wo der Händler
sogleich seinen schweren Korb absetzen durfte. Das war sogar
sehr hilfreich für ihn, weil er nun bedeutend schneller
flüchten konnte. Der Korb hätte ihn nur dabei behindert. Der
Polizist war ratlos und ging das Korbus delicti aus sicherer
Entfernung beobachten, während die Menge applaudierte. Als
wir wieder aus dem Reichstag kam, stand der Korb immer noch
da. Und wenn er nicht gestohlen wurde, vermutlich noch
heute!

  Nach soviel Aufregung und noch mehr Bewegung war es an der
Zeit, sich zu stärken. Auf ins Steak Haus. Wie unsinnig es
ist, daß Rumpsteak durchgebraten zu bestellen, möge Lutz
bitte jemand mal an anderer Stelle erklären. Das Essen war
sehr gut, hatte aber etwas von FastFood. Also ob der Tisch
in zehn Minuten wieder frei seien müßte. Und dabei hatten
wir doch noch so viel Zeit. Lutz zahlte übrigens. Danke.

  Dann ging es erstmal wieder zurück zum Schiffbauerdamm.
Rucksack ins Auto, Jackentaschen mit Devotionalien verstauen
und dabei feststellen, daß kein Stift mitgenommen wurde.
Lutz hatte jedenfalls keinen im Auto. Dabei hat doch jeder
normale Mensch einen im Auto.

  Naja.

  Da noch genügend Zeit bis zur Öffnung der Abendkasse war,
wurde lustige Fotos auf Brechts Schoß gemacht und die Lange-
weile auf dem naheliegenden Bahnhof totgeschlagen. Und statt
dort einen Kugelschreiber zu erwerben, biss CoBi lieber in
einen sauren Apfel der Sorte Golden Delicious. Nachdem noch
zwei bettelnde Jugendliche mit Kleingeld abgespeist wurden,
ging's zurück zur Abendkasse.

  Als man das Theater erreicht, begab sich das Unfassbare.
Novinscak, Stuckrad-Barre, Schmidt und Andrack auf dem Weg
zum Bühneneingang. CoBi traute seinen Augen kaum und Lutz
realisierte erstmal überhaupt nix. Urplötzlich wurde beiden
klar, daß man zwar die Opfer der Begierde vor der Nase aber
immer noch keinen Stift hatte. Verdammt.

  Um trotzdem noch die Gunst der Stunde zu nutzen, stürzte
Lutz in Richtung Suzana um ihr wenigstens die Hand zu
schütteln. Dadurch wurde auch der Beschützerinstinkt
Schmidts geweckt, der stehenblieb und Lutz und CoBi ebenfalls
die Hand schüttelt. Danach eilten die Vier weiter in
Richtung Bühneneingang und CoBi realisierte, daß er immer
noch einen angebissenen Apfel in der linken Hand hielt.

  Kann es etwas noch peinlicheres geben, als mit einem
zerkauten Apfel einem Promi die Hand zu schütteln?
Vermutlich ein angekauter Kugelschreiber. Doch am
schlimmsten ist es doch, völlig zu vergessen daß man einen
Fotoaparrat um den Hals hängen hat. Nicht wahr Lutz?

  Nach Realisierung dieses absolut vergeigten Auftritts,
ging es erstmal wieder zurück in den Bahnhof einen Kugel-
schreiber kaufen. Das man Schmidt nicht mehr treffen würde,
kann sich der geneigte Leser bestimmt selbst denken. Aber
da das erste Zusammentreffen alles andere als erwartet kam,
hegte sich noch eine gewisse Hoffnung.

  Doch es kam zu keiner zweiten Begegnung der dritten Art.
Stattdessen holte man die Karte ab und betrat das Theater.
Die Garderobiere wurde mehrfach belästigt (man sollte den
frisch erworbenen Kugelschreiber nicht in der Jacke zurück
lassen, wenn das Foyer mit Promis gespickt ist).

  Jedenfalls saßen wir dann auf einer Bank im Foyer und
gefielen uns als billige Waldorf und Stettler Kopie. Und
beobachteten Promis.

  So z.B. Christoph Schlingensief. Er unterhielt sich in
unserer Nähe um uns wenige Minuten später zu passieren.
Dabei würdigte er uns keines Blick. Warum auch?

  Als nächstes flaniert Alexander Niemetz an uns vorbei. Er
wirkte etwas verloren. Er suchte und sein Blick verfing sich
mit den unsrigen. Und da Lutz ein manischer Grüßer ist,
grüßte er höflich in Richtung des Herrn Niemetz. Der war
etwas verwirrt, grüßte allerdings zurück. Was davon Reflex
und was Höflichkeit war, ist unbekannt. Er irrte dann
weiter.

  Inzwischen kehrte Schlingensief zurück. Er hatte Florian
Illies dabei. Welcher uns ebenfalls keines Blickes würdigte.
Warum auch?

  Lutz wollte dann noch Ralf Kabelka gesehen haben. Aber
irgendwie wollte CoBi das nicht wahr haben. Außerdem war es
Zeit sich zu den Plätzen zu begeben. Da es sich dabei im eine
Zweier-Loge handelte, wird hier diskret verschwiegen.

  Als erste wurde CLAUS PEYMANN KAUFT SICH EINE HOSE UND
GEHT MIT MIR ESSEN von Thomas Bernhard gezeigt. Drei
Dramolette über Peymann und das Burgtheater. In den Haupt-
rollen Kirsten Dene und Martin Schwab.

  In der anschließenden Pause hatte Herr Niemetz wohl einen
Gesprächspartner gefunden. Er redete sichtlich mit jemandem,
aber ob dieser auch zuhörte ist unbekannt.

  Lutz Vision wurde indes leider traurige Wirklichkeit. Ralf
Kabelka stand unmittelbar vor uns. Leider nutzten wir die
Gunst der Stunde nicht, und ließen ihn ungestraft ziehen.
Außerdem wollte wir ja noch den zweiten Teil der Vorstellung
sehen. Das war uns irgendwie wichtiger.

  Nach der Pause kam die Stuckrad-Barrsche Bearbeitung
CLAUS PEYMANN KAUFT SICH KEINE HOSE, GEHT ABER MIT ESSEN auf
die Bühne. Das aus der Harald-Schmidt-Show bekannte Stück,
brachte auch im Berliner Ensemble die gewünschten Lacher.
Allerdings auch etwas Unsicherheit ob seines abrupten Endes.

  Jedenfalls traute sich keiner zu applaudieren, bevor der
Vorhang geschlossen war. Aber als Gewissheit herrschte, war
der Applaus um so stürmischer.

  Und das war's dann eigentlich auch schon. Beim Rausgehen
haben wir dann noch Else Buschheuer gesehen. Also ein rund-
um gelungener Abend. Das könnte man öfter machen


* * *

  Wie sich später beim recherchieren herausstellte, war
Alexander Niemetz in Wirklichkeit Klaus Bresser. Was
allerdings nichts an der Tatsache ändert, daß er Lutz
zugenickt hat. Guten Abend!


CoBi
From: Heinrich Schramm <heinrich@schramm.com>
Date: Sun, 19 Aug 2001 12:09:45 +0000
Newsgroups: de.newusers.questions
Subject: Re: Kann mir jemand erklären was das is?
Message-ID: <j35vnt0oaf53ks2gknij2avnl6p4fqub8t@4ax.com>
[de.talk.jokes aus dem Crossposting entfernt, da es sich hier um ein
sehr ernsthaftes und wichtiges Thema handelt]

asdf17@lycos.de (Jens Willner) wrote:

> Hallo, kann mir jemand an diesem Beispiel erklären was dieseS CfV ist?

[Komplettzitat eines CfV gesnipped]

Aber gern. Die kleinen grafischen Verzierungen, die bei oberflaechlichem
Hinsehen wie Fliegendreck aussehen, heissen Schriftzeichen. Sie
symbolisieren jeweils einen Laut der menschlichen akustischen
Kommunikation (Buchstaben) bzw. sind Inband-Steuerzeichen, die den
genaueren Ablauf eben dieser Kommunikation regeln. Ein "Punkt" zum
Beispiel bedeutet meistens eine kurze Pause der Kommunikation, weil an
dieser Stelle ein logischer Kommunikationsabschnitt beendet wird
(allerdings gibt es auch Ausnahmen, in manchem Kontext kann ein Punkt
auch eine andere Bedeutung haben). Die genaue Bedeutung der einzelnen
Buchstaben ist Inhalt einer Geheimwissenschaft, die nur von wenigen
Menschen beherrscht wird. Aber auch hier gibt es einige Tricks, mit
denen sich diese wissenden Menschen das Leben erleichtern. (Bei der
dafuer auch gebraeuchlichen volkstuemlichen Umschreibung "Eselsbruecke"
ist man sich nicht ganz einig, ob der ethymologische Ursprung des Wortes
eher im Bereich der Architektur oder der Zoologie zu suchen ist). Ich
darf hier keine grossen Geheimnisse verraten, deshalb nur ein kurzes
Beispiel:

A - Dieses Zeichen beschreibt den ersten Laut im Wort "Apfel" (das ist
    auch leicht zu merken, denn es sieht aus wie eine Leiter, die man
    benoetigt, um einen hochhaengenden _A_pfel vom Baum zu pfluecken)

B - Dieses Zeichen beschreibt den ersten Laut im Wort "Busen" (warum man
    sich das ebenfalls leicht merken kann, fragst Du am besten in der
    Newsgruppe <news:de.talk.liebesakt>, denn dnq soll schliesslich
    jugendfrei bleiben)

Wenn mehrere Buchstaben zu einer kuerzeren oder laengeren (in jedem Fall
aber endlichen) Folge gruppiert werden, dann beschreiben diese
Symbolgruppen - auch "Woerter" genannt - meistens einen (materiellen
oder immateriellen) Gegenstand, eine Taetigkeit oder eine Eigenschaft.
Manchmal dienen sie aber auch nur der Aufrechterhaltung des
Kommunikationskanals, obwohl sie keine eigene Information transportieren
("Mmmm", "Aeh", "Jaaaa..." waeren einige Beispiele). In anderen
Kommunikationsprotokollen gibt es aehnliche Mechanismen, dort werden sie
z.B. "SYNC-Bytes" oder "Flags" genannt.

Mehrere solcher Symbolgruppen, eventuell getrennt durch die eingangs
schon erwaehnten Steuerzeichen, werden zu einem "Satz" zusammengefasst.
So ein Satz ist die Beschreibung eines in sich abgeschlossenen
Gedankens, der beim Empfaenger auf geistiger Ebene nachvollzogen wird
und eine klare, logische Aussage beinhaltet. Meistens jedenfalls.
Manchmal auch nicht.

Mehrere Saetze, die in einer inhaltlichen Beziehung zueinander stehen,
bilden einen "Text" oder einen Abschnitt eines Textes. Sie dienen dazu,
einen in einem Satz angesprochenen Gedanken naeher zu erlautern, zu
kommentieren, Erklaerungen zu liefern oder zu einem neuen Gedanken
ueberzuleiten. Es ist sozusagen das "Programm", dem der Leser folgen
koennen muss, um bei dem Vorgang des Verstehens und geistigen
Nachvollziehens zum gewuenschten Ergebnis zu gelangen.

Und jetzt kommen wir schliesslich zu dem von Dir erwaehnten "CfV". Ein
"CfV" (in Fachkreisen auch "Call for Votes" genannt) ist ein derartiger
Text. Um seinen Inhalt und seine Intention zu verstehen, muss man zwei
Dinge tun:

Zunaechst muss man das verwendete Kommunikationsprotokoll (Beschreibung
siehe oben) Schicht fuer Schicht dekodieren, angefangen bei den
"Buchstaben", ueber die Symbolgruppen "Woerter", die Wortfolgen "Saetze"
bis hin zu den "Textabschnitten" und schliesslich dem Gesamtgebilde
"Text".

Das Ergebnis dieses Dekodiervorgangs (Output) fuehrt man anschliessend
dem meist vorhandenen Interpretermodul "Brain 1.0"[1] zu (Input), das
dann, falls erforderlich, alle weiteren Aktionen selbstaendig einleitet.
Sollte der Input fuer "Brain 1.0" nicht ausreichen (z.B. Fehlermeldung
"Undefined Symbol CfV in line 1 of input file"), dann muss man dem
Interpreter zusaetzlichen Input besorgen (Fachbegriff "RTFM"). Eine im
Usenet oft bewaehrte Methode ist dabei z.B. die Benutzung des Archivs
bei <http://groups.google.com/advanced_group_search> oder die
Dekodierung der "Texte", die in <news:de.newusers.infos> zur
wohlfaelligen Benutzung bereitgestellt werden.


Gruss Heiner

[1] Anmerkung zu "Brain 1.0": Dieses Interpretermodul ist normalerweise
    Teil des Betriebssystems und nach jeder Installation und
    anschliessender (erfolgreicher) Konfiguration automatisch vorhanden.
    Sollte es ausnahmsweise einmal fehlen oder beschaedigt sein, kann es
    nach dem heutigen Stand der Technologie nicht ohne Neuinstallation
    mit anschliessendem Reboot repariert werden. Zu diesem Thema
    (Reboot) wird vor allem in Indien sehr viel Grundlagenforschung
    betrieben und es wurde auch schon eine umfassende Theorie
    ausgearbeitet, die in Fachkreisen aber nicht immer unwidersprochen
    bleibt.
From: "hwicht" <wicht@em.uni-frankfurt.de>
Newsgroups: de.rec.motorrad
Subject: Warum ich immer noch keinen TÜV habe..(viel zu lang)
Date: 26 Nov 2001 08:34:18 GMT
Message-ID: <01c17653$75e52840$3c3a028d@nn.uni-frankfurt.de>

[ SN: Siehe auch <258a7c83e80bc0f31f6d5b3ece4be00b@fitug.de>  ]
[ und <97d8b86e2be3da1d26b5bf20f3ff7bc5@fitug.de> - irgendwie ]
[ eine neverending Story...                                   ]
(Für die, die den untenstehenden Kram nicht lesen wollen - die lange
Kurzgeschichte bezieht sich auf Bilder vom "KOMA meets Guzzi" Treffen im
Oktober, die Kathinka  - http://www.rrr2.de/kathinka - grade hochgeladen
hat.)

Helmut, fragt mich Kathinka per mail, Helmut, warum hat Deine Guzzi noch
kein Nummernschild. Tja. Weil sie noch keinen TÜV hat. Aber es hätte FAST
geklappt.

(Telefonat, Mittwoch vor zwei Wochen, oder so)
Ich: "Tach Herr Kehl, Sie sind doch der Kradspezialist vom Frankfurter TÜV,
wann sind Sie denn mal wieder auf der Frankfurter Prüfanlage, um sich mein'
Guzzi-Umbau anzugucken und Eintragungen zu machen und so..."
Herr Kehl: "Übernächsten Freitach"
Ich: "Oha. "

Hintergrund des Oha: Übernächsten Freitag hab' ich
1) Vorlesung zu halten
2) zu der ich einen Bodybuilder eingeladen habe, der uns die Anatomie
demonstrieren soll
3) einen Kursus der Gewebelehre abzuhalten
4) 20 Studenten mündlich zu prüfen

Ich: "Geht's nicht zu einem anderen Termin?"
Herr Kehl: "Weiss nicht, meine späteren Termine in Frankfurt kenn' ich
nicht."
Ich: "Gut, ich pack das irgendwie - bis nächste Woche also..."

Ich: entfalte hektische Betriebsamkeit. Ich requiriere den Transit der
Anatomie zwecks Transport der Guzzi für übernächsten Freitag. Den
Bodybuilder bitte ich, eine Woche später zu kommen. Für die Vorlesung lass'
ich mich von einem Kollegen vertreten. Den Histologiekursus macht eine
Kollegin. Die am Freitag zu prüfenden Studenten werden mit sanftem Druck
dazu bewogen, die Prüfungen schon einen Tag früher, am Donnerstag zu
absolvieren (Mein Hiwi, der Tarik, der macht das echt gut - gelernter
Türke, aber bestens assimilierter Frankfurter, weisser Medizinerkittel,
ansonsten allerdings schrillster Rockabilly-Outfit. Tiefschwarze
Haare, krasse Koteletten, konkreter Kinnspitzenbart, und
gegelter Entenschwanz, und dieses gewisse, heimtückische Glitzern in
den Augen - der Tarik also stellt sich hin und sagt zu den Studenten, die
unbedingt doch am Freitag, dem letztmöglichen Termin geprüft werden wollen:
"Uiuiuiui, der Wicht unn' sei Guzzi - also ich dät' mich am Freidaach _ned_
fer die Prüfung eitraache, der hat bestimmt e' Saulaune, wanner ned zum TÜV
kann." - Klappt. Keine Schwein trägt sich für die Freitagsprüfungen ein.
Danke, Tarik!)

(Wochenende)
Letztes WE vor dem TÜV-Termin. Ergo: Kiste ans Laufen bringen, nochmal
alles durchchecken. Kein Problem....lief ja....war ja gut eingestellt...und
eingemottet.. also nur die Lappen aus den Ansaugtrichtern holen (klappt
problemlos), Motor ohne Kerzen ein wenig orgeln lassen, bis Öldruck da ist
(klappt problemlos). Kerzen einschrauben (klappt problemlos), Choke ziehen
(klappt problemlos), Benzinhähne aufdrehen (Vergaser laufen über - beide!).
$?&%(%!!  <-  Verwünschung der Schwimmerkammerventile.  Ausbau derselben.
SEHR verwunderlich, daß die Dinger beim letzten Anlassen noch dicht
gehalten haben. Ersatz ist natürlich nicht greifbar, allerdings lassen sich
die verknorzten Gummispitzen auf den Ventilen mit 600er Schmirgel soweit
wieder in Form bringen, dass sie dichthalten.

Also anlassen. Es ist aber ein kalter, regnerischer Samstag, die Guzzi ist
ein italienisch' Krad und bevorzugt subtropischere Klimate, das Öl ist auch
kalt und vermutlich krümelig wie Kaninchenkacke, und die Kompression ist
mächtig gut - eine Kombination von Faktoren, die die Batterie
überfordern: es reicht noch für den Magneten, aber für keinen einzigen
Kolbenhub. "Klackiouppklackadaklackada..." macht die Guzzi.

Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass mein freundlicher Nachbar mit dem
Dieselbenz und der entspechend dicken Starterbatterie Samstags bis um 12
Uhr pennt. Eigentlich hätte er von dem Krach, den ich bisher veranstaltet
habe, doch längst wach werden müssen. Und eigentlich hätte ich auch nicht
gedacht, dass er so grummelig reagiert, wenn man ihn an einem kalten,
verregneten Samstag aus dem Bett klingelt und um Starthilfe bittet....

Gut. Die Batterie vom Benz ist im Gegensatz zum Nachbarn bestens drauf, die
Guzzi läuft. Warmlaufen lassen, Vergaser synchronsieren (jetzt sind alle
Nachbarn zuverlässig wach...), Strasse vor'm Haus 20 mal 'rauf und 'runter
(jetzt sind auch die Nachbarn der Nachbarn wach), fährt, bremst, blinkt,
leuchtet ... alles bingo. Fertig für TÜV. Nur die hinteren Federbeine sind
ein bischen zu hart.

Beste Laune...retour in die Garage. Ein Bierchen, ein Bierchen und noch ein
Bierchen, wie wohlig entspannt sich der Geist beim Anblick des
wohlgeratenen Krades, noch ein Bierchen, ooops, schon so spät, Tempo,
Tempo, bevor die Holde zum Abendessen ruft, denn wenn sie rufen muss, hängt
der Haussegen schief: Rechtzeitig vorher erscheinen ist die Kunst. Noch
schnell die Federbeinspannung reduzieren, Hakenschlüssel ansetzen,
na....geht so schwer.. (Gewalt). ..(ganz hässliches
Geräusch)...(sproing)...Einstellhülse für Vorspannung gebrochen. Zeitgleich
brüllt es aus dem dritten Stock: "ABENDESSEN; VERDAMMT NOCHMAL!"

Tja.

Nachschrift:
Den ausgekugelten Haussegen hab' ich wieder eingerenkt bekommen, das
Federbein nicht.
Und hätte ich im Sommer, als ich hörte, dass Koni die Produktion von
Motorradfederbeinen einstellt, gewusst, was ich jetzt weiss, dann hätte ich
das getan, was alle gierigen Guzzisten taten: Konis auf Vorrat kaufen.. Und
wenn man bei Inserenten der Motalia, die derlei anbieten, Samstags abends
anruft, erntet man Hohngelächter: "Sie sind schon der
dreihundertfünfundzwanzigste..."
Also ruft man Montag beim deutschen Importeur von Öhlins an (man gönnt sich
ja sonst nix..) . Sehr kompetent, die Leute dort.
Ich. "Federbeine?"
Er: "Was für'n Motorrad?"
Ich "Guzzi 850T."
Er: "Ham wa' nich' - Ham'se Masse? - Länge?"
Ich (gut vorbereitet): "325"
Er. "Hub?"
Ich: "90"
Er: "Aufnahmebohrung?"
Ich: "14"
Er. "Sechshundertfünfundvierzig..."
Ich: "Her damit"
Er. " ...Euro."
Ich: "Ooops"

Nochmal tja.

Soviel Geld hab' ich nicht. Macht aber nix.  Denn kurz drauf ruft  mich der
freundliche Herr Kehl vom TÜV an: er wär an dem kommenden Freitag _doch_
nicht in Frankfurt, ich bräucht' mich nicht zu beeilen.
Na Klasse. Da hatt' ich dann letzten Freitag frei, hab' mich gelangweilt,
und ein viel zu langes Posting geschrieben.
Newsgroups: de.comm.software.newsreader
From: "Robin S. Socha" <robin-dated-1006982427.ce4d5e@socha.net>
Subject: Re: Fragen zu Filter
Message-ID: <deathsquad.877kseo87a.fsf@socha.net>
Date: Sun, 25 Nov 2001 16:24:09 -0500
* Arno Fikar <arno.fikar@utanet.at> writes:

> Wir benutzen in unserem Alltag ständig Dinge von denen wir nicht genau
> wissen _wie_ sie funktionieren.  Weisst Du eigentlich genau welches
> Betriebssystem dein Handy hat?  Ich nicht, aber telefonieren kann ich
> trotzdem.

Es hinkt. Wir korrigieren das mal:

*meep* *meep*

- Socha?

- *pfzzzzt* Socke *pfzzzzt*

- Ja bitte? Robin Socha hier?

- Hallo Robin? *pfzzzzt* Ja bitte? Rudi Socke hier? *pfzzzzt*

- Schatz! Ist das Dein neues Outlook Express Handy?

- Ja, total einfach zu bedienen *pfzzzzt* $c|-|a7z! |$7 |>a$ |>3||\|
  |\|3u3$ ou7loo|< 3><pr3$$ |-|a|\||>j? *pfzzzzt* Hallo Robin? *pfzzzzt*
  Ja bitte? Rudi Socke hier? *pfzzzzt*

...

TVFH NOW!!!1

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